Es ist noch heute so: Die USA ist die Barbecue-Nation schlechthin. Zu jeder Gelegenheit lädt man dort zu Fleischfesten im Freien – für den Amerikaner ist Barbecue ein Stück Lebensart. Anders als bei uns geht es beim amerikanischen BBQ jedoch mehr ums Räuchern als ums Schmoren: Dort wird das Fleisch langsam im Rauch gegart und nicht wie in Europa schnell auf dem Grill gebrutzelt. Regelmäßig werden in nahezu allen Landesteilen die besten Smoker-Teams gekürt – BBQ ist in den Vereinigten Staaten eine regelrechte Kunst.

 

Uralt und traditionell – das BBQ

Auch wenn man den Ursprung des Barbeque in den USA vermuten würde: Dort liegt er nicht (nur). Schließlich garten schon in der Steinzeit Urvölker ihr Fleisch über einem Feuer in einer Grube! In der ersten englischen Kolonie in Nordamerika wurde Anfang des 17. Jahrhunderts vermutlich der BBQ-Brauch geboren, zumindest wurde er in Briefen erstmalig erwähnt. Schnell entstand ein regelrechter „Barbeque-Belt“, der quer über die USA von Kansas und Texas bis nach Virginia und Florida reichte. In diesen ländlichen Bundesstaaten findet man noch heute unzählige Barbeque-Restaurants. Auch gilt hier nach wie vor die These: Wenn’s nicht Schwein, kann’s kein Barbeque sein“ – ein Satz, der aus der Tatsache resultiert, dass Schwein über lange Zeit das Grundnahrungsmittel Nummer 1 in den Südstaaten war. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts aßen Südstaatler fünf Kilogramm Schwein auf jedes Kilogramm Rindfleisch!

 

Auf die Zubereitung kommt es an

In der Regel wurde das Fleisch damals in einer Grube über glühender Kohle geräuchert. Das Grillgut wurde meistens mit Zweigen abgedeckt, um Hitze, Rauch und Feuchtigkeit in der Grube zu halten. Das Fleisch nahm den Rauch auf und erhielt auf diese Weise seinen typischen BBQ-Geschmack – ein Prinzip, das heute noch genauso angewendet wird. Der Smoker, der Räucherofen, den sich professionelle BBQ-Köche heute häufig selbst bauen, besteht aus zwei Kammern. In einer wird Holzkohle verbrannt und dadurch Rauch erzeugt, der in die Garkammer zieht – hier befindet sich auch das Fleisch. Anders als beim Grillen wird dieses also nur indirekt erhitzt.

 

Typisch BBQ: der Rauchgeschmack

Nach jahrhundertealter Tradition grillen Südstaatler auch heute noch Fleisch im Holzrauch. Smoker und Holzkohle gibt es inzwischen in jedem größeren Supermarkt: Koch-Shows im Fernsehen, Hochglanz-Lifestyle-Magazine sowie Kochblogs im Internet sorgen immer wieder für neue spannende Beilagenideen und Zubereitungstipps.

Bild:Thinkstock, iStock, Joshua Leigh