Wann haben Sie eigentlich das letzte Mal eine echte Delikatesse genossen? Ein wahres Schmankerl? Sind Sie eher ein Gourmet oder ein Gourmand? Ein Genussspecht oder ein Sybarit? Begleiten Sie Schwarz Cranz auf eine Reise durch die Sprache – und wie wir sie benutzen, um das Essen und die Esser zu charakterisieren!

Die Feinheit der Feinkost

Wurstspezialitäten von Schwarz Cranz lassen sich mit Fug und Recht als Delikatessen bezeichnen. Aber woher stammt das Wort? Der Begriff geht zurück auf das französische „délicatesse“ und umschrieb zunächst Feinheit und Zartgefühl. Der Verleger und Schriftsteller Johann Heinrich Campe (1746 bis 1818) führte die Delikatesse im Jahr 1789 in die deutsche Sprache ein. Wenn wir heute davon sprechen, meinen wir in erster Linie erlesene Speisen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Feinkost – also Lebensmitteln von hoher Qualität, die nicht dem täglichen Bedarf zuzurechnen sind: Kaviar, Austern, Schnecken. Allerdings lassen sich die Begriffe Delikatesse und Feinkost beliebig verwenden; daher kann auch noch der billigste Doseneintopf in der Werbung als „Feinkost-Delikatesse“ bezeichnet werden. Das deutsche Wort Leckerbissen klingt natürlich auch bei weitem nicht so delikat …

Kulinarische Schmankerl auf den Spuren von Lucullus

Das Schmankerl stammt aus dem Bayrischen und bezeichnete ursprünglich eine süße Mehlspeise, ehe die Bedeutung auf Delikatessen allgemein ausgeweitet wurde. Ähnliches beschreibt auch das österreichische Gustostückerl und das schweizerische Schleck. Wer sich lukullisch verwöhnen lässt, wandelt wiederum auf den Spuren des römischen Feldherren und Konsuls Lucius Licinius Lucullus (117 bis 56 v. Chr.). Dessen ausladende Festmähler wurden so berühmt, dass man auch heute noch seinen Namen im Zusammenhang mit gutem (oder üppigem) Essen verwendet. Wo wir gerade bei den ollen Römern sind: Der Begriff kulinarisch geht zurück auf das lateinische „culinarius“, hieß also ursprünglich nur „die Küche betreffend“ – im Gegensatz zu heute, wo es die Kochkunst als Ganzes umschreibt. Und auch der Gaumen taucht in den Verbalisierungen edler Genüsse immer wieder auf – wahlweise als Gaumenschmaus, Gaumenkitzel, Gaumenreiz oder Gaumenfreude. Im französischen heißt der letzte Begriff übrigens Amuse-Gueule (oder Amuse-Bouche) und bezeichnet ein kleines Häppchen, das vor der Vorspeise serviert wird – der „Gruß aus der Küche“.

Essen machen Leute

Und wie verhält es sich mit den Menschen, die sich diesen Genüssen hingeben? Da wäre an erster Stelle der Feinschmecker zu nennen; jemand, der laut Duden „einen ausgeprägten Sinn für feine Speisen hat“. Im Französischen nennt man so jemanden einen Gourmet. Dessen Gegenstück war lange Zeit der Gourmand, im Sinne des maßlosen Vielfraßes. Heute ist diese negative Bedeutung allerdings wieder abgeschwächt, so definiert die „Académie culinaire de France“ den Gourmand schlicht als „Liebhaber aller Tafelgenüsse“. Sein deutsches Pendant ist der Schlemmer oder in Österreich der Genussspecht. Das Leckermaul oder Leckermäulchen hat sich dagegen eher den Süßspeisen verschrieben. Und dann gibt es noch eine ganze Reihe von eher negativ besetzten Begriffen, die inzwischen etwas aus der Mode gekommen sind: der Komedo (ein Schlemmer), der Phäake (ein Genussmensch; nach dem Volk der Phäaken in der griechischen Sage), der Epikureer (noch ein Genussmensch; nach dem griechischen Philosophen Epikur und dessen Lehre vom Hedonismus) und der Sybarit (ein weiterer Genussmensch, verweichlicht und der Völlerei verfallen; nach der prächtigen Stadt Sybaris im antiken Griechenland). Und last but not least steht auch Falstaff für einen Schlemmer und dicken Prahlhans – frei nach der gleichnamigen Figur bei William Shakespeare. Sie sehen: Auch sprachlich ist das Essen ein Hochgenuss!