Wenn es um die Wurst geht, hat die deutsche Sprache jede Menge Redewendungen parat. Die Wurst wird sprachlich verwurstet – aber was steckt eigentlich hinter den einzelnen Phrasen?

„Das ist mir Wurst“ sagt aus, dass jemandem etwas völlig egal ist. Erstmals tauchte diese Gleichgültigkeitsaussage bereits in einer Komödie von Aristophanes im Jahre 425 v. Chr. auf. Mögliche Erklärung: Die Römer aßen schon damals sehr viel Wurst. Bei großen Gelagen waren sogar ganze gebratene Schweine mit Würsten gefüllt. Die Äußerung könnte also darauf hinweisen, dass der totale Überfluss eben zur Gleichgültigkeit führt.

Die „beleidigte Leberwurst“ ist gekränkt und verstimmt. Warum? Im Mittelalter glaubten die Gelehrten, dass die gesamte Palette der menschlichen Gefühle in der Leber produziert wird: Liebe, Ärger, Trauer und Freude. In einer alten Erzählung geht es um eine Leberwurst, die im kochenden Wasser eines Topfes vor Wut platzt. Denn der Metzger nimmt alle anderen Würste vor ihr heraus, und weil die Leberwurst nun allein im Kochtopf zurück bleiben sollte, war sie eben eine echte beleidigte Leberwurst.

Wenn es „um die Wurst geht“, dann wird es ernst und bedeutsam. Eine wichtige Entscheidung etwa steht an. Diese Redensart stammt wohl noch aus dem Mittelalter, wo es bei Wettkämpfen wie Wurstangeln und Wurstschnappen tatsächlich um die Wurst ging. Wer nicht siegte, bekam auch keine Wurst – war also ein echtes „armes Würstchen“.

Der „Hanswurst“ oder auch „Hans Wurst“ ist eine derb-komische Gestalt einer Komödie aus dem 16. Jahrhundert. Als bäuerliche Figur trat er immer wieder auf Wanderbühnen und im Jahrmarktstheater auf. Der Name musste später auch als Spott- und Schimpfwort herhalten. Man vermutet, dass der Name ursprünglich Wurst-Hans lautete und einen Vielfraß bezeichnete.

Wenn jemand etwas „verwurstet“, dann verwertet er etwas. Ein „Gewurstel“ steht für ein großes Durcheinander und Wirrwarr und wer sich so „durchwurschtelt“, der erledigt alles eher halbherzig und notgedrungen. Alle drei Begriffe sind heute negativ besetzt, doch ursprünglich stammt das Wort „Wurst“ aus dem Indogermanischen und bedeutete vermengen. Auch das Geheimnis der Wurst liegt in ihrer Zusammensetzung, ihrer Rezeptur aus Zutaten und Gewürzen. Möglich also, dass die drei Worte ursprünglich keineswegs abwertend gemeint waren.

„Alles Ende hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“ besagt, dass alles einmal aufhören muss. Daher schließt jetzt dieser Beitrag über Wurst in der deutschen Sprache.

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