Sommer und Grillen – in Deutschland gehört das einfach zusammen. Kaum steigen die Temperaturen, wird gebrutzelt, was die Fleischtheken hergeben! So ganz ohne Regeln funktioniert‘s allerdings auch beim Grillen nicht. Damit es keinen Ärger über Qualm, Ort oder Häufigkeit des Grillens gibt und sich niemand belästigt fühlt, müssen ein paar Dinge beachtet werden.

Grillen ja – Aber Rücksicht auf andere nehmen

Grundsätzlich gilt erstmal: Ja – Grillen ist erlaubt, in den Sommermonaten üblich und muss deshalb auch hingenommen werden. Wer sich durch den Freizeitspaß gestört fühlt, ist in der Nachweispflicht – ohne stichhaltige Gründe wird nicht einfach so ein Grillverbot ausgesprochen. Für Vollzeit-Griller ist das jedoch kein Freifahrtschein! So ist der Mann oder die Frau mit dem Feuerhaken dazu verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass nicht zu viel Rauch entsteht. Um die Nachbarn zu schützen, werden Alu-Schalen und Elektro-Grills empfohlen. Wer sich darüber hinwegsetzt und rücksichtslos seine Umwelt zuqualmt, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Grillen ja – Aber bitte nicht übertreiben

Für das Grillen auf Terrassen oder Balkons gibt es Einschränkungen. So entschied ein Bonner Gericht, dass hier der Grill nur einmal monatlich benutzt werden darf – und das auch nur nach einer Ankündigung, die mindestens 48 Stunden zuvor erfolgt sein muss. In Hamburg gilt eine Ausnahmeregelung: Dort darf auf Balkons überhaupt nicht gegrillt werden. Wer keinen eigenen Garten hat, weicht gern auf öffentliche Plätze aus: Parks oder Elbstrand sind wunderschöne Kulissen für idyllische Grillevents. Natürlich müssen auf Grillpartys immer auch gesetzlich geregelte Ruhezeiten eingehalten werden. Normalerweise ist ab 22.00 Uhr Schluss mit dem Spaß – ein Urteil des Oberlandesgerichtes Oldenburg besagt allerdings, dass viermal im Jahr auch bis 24 Uhr gebrutzelt werden darf. Übrigens: Nicht nur Nachbarn und die Immissionsschutzgesetze sind keine Freunde des Dauergrillens. Auch der Vermieter kann der Fleischeslust einen Strich durch die Rechnung machen. Das Landesgericht Essen entschied in diesem Zusammenhang, dass es zulässig ist, wenn der Vermieter das Grillen auf dem Balkon oder der Terrasse im Mietvertrag untersagt. Glücklicherweise passiert das nur in Ausnahmefällen…

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