Schwarz Cranz – Qualität aus dem Alten Land

Als Geschäftsführerin Kristin Schwarz im Jahre 2013 die Auszeichnung als Hamburger Unternehmerin des Jahres entgegennehmen durfte, war sie endgültig angekommen – in der Männerdomäne Fleischwarenherstellung. 1999 stieg die Diplom-Kauffrau ins Unternehmen ein, seit 2010 ist sie alleinige Gesellschafterin der Schwarz Cranz GmbH und Co. KG und führt das Familienunternehmen in sechster Generation. Ihr Motto: „Was ich selber nicht essen möchte, kommt auch nicht in unsere Produkte!“

Eine Frau geht ihren Weg

Kristin SchwarzDabei war der Weg von Kristin Schwarz zu Beginn äußerst steinig: Viel Misstrauen schlug ihr seitens der Altvorderen entgegen – eine blutjunge Akademikerin, deren Erfahrung mit Wurst sich bisher auf das morgendliche Brötchen beschränkte, sollte jetzt das Sagen haben? Lachhaft! Händler und Lieferanten nahmen die junge Frau dementsprechend anfänglich kaum ernst. Da hatten sie sich aber gründlich getäuscht: Kristin Schwarz drehte das 1852 von ihrem Urururgroßvater gegründete Unternehmen komplett auf links. Sie führte modernste IT-Systeme ein, setzte auf straffes Controlling und eine lückenlose Qualitätskontrolle. Mit durchschlagendem Erfolg: Die Zahl der Mitarbeiter wurde verdreifacht – heute beträgt sie über 500 – und der Umsatz stieg von 40 Millionen auf 130 Millionen Euro im Jahr 2013. Und das alles, ohne Abstriche bei der Qualität der Wurstwaren zu akzeptieren. So betonte der Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) auch in seiner Laudatio bei der Preisverleihung 2013, dass Schwarz Cranz ein Paradebeispiel für die „Symbiose aus Tradition und Moderne“ sei.

Anfänge im Alten Land

Anno 1852 gründete Johann Tobias Schwarz in Cranz – ein Dorf im Alten Land vor den Toren Hamburgs – eine kleine Landschlachterei. Sein Enkel Paul Wilhelm Schwarz führte das Geschäft weiter und erfand dabei nicht nur die berühmte Altländer Mettwurst, sondern erbaute auch das erste Schwarz Cranz’sche Kühlhaus: Nun konnten auch im Sommer Fleischwaren verkauft werden. 1945 übernahm Sohn Paul Wilhelm Otto das Geschäft und nutzte die Jahre des Wirtschaftswunders, um den Vertrieb auszubauen: Ein Lkw wurde angeschafft, um das Umland mit Schwarz Cranz-Produkten zu beliefern und direkt von der Ladefläche aus zu versorgen. 1964 stellte das Unternehmen die eigene Schlachtung ein, um sich ganz auf Produktion und Vertrieb zu konzentrieren. 1992 war die Kapazitätsgrenze in Cranz erreicht – die Firma siedelte nach Neu Wulmstorf um. Wo dann 1999 Kristin Schwarz die Geschicke von Schwarz Cranz übernahm …

Qualität als oberstes Credo

Bei aller Modernisierung steht die Qualität der Waren bei Schwarz Cranz immer noch an erster Stelle. Oder, wie Kristin Schwarz es ausdrückt: „Qualität geht vor Rendite.“ Man könnte ergänzen: Qualität und Tradition. So wird zum Beispiel die Altländer Mettwurst noch immer fein über Buchenholz geräuchert, der Landschinken per Hand gesalzen und luftgetrocknet. Das Einhalten der exzellenten Standards wird von hoher Stelle honoriert: Jahr für Jahr prämiert die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) Schwarz Cranz mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. Die Firma kann sogar den exklusiven „DLG-Preis der Besten Gold“ ihr Eigen nennen – eine Auszeichnung, die nur Unternehmen erhalten, die seit mindesten 15 Jahren gleichbleibend hohe Standards aufweisen.