Seit Jahrtausenden liebt der Mensch die Wurst. Sie ist eines der ältesten Nahrungsmittel des Menschen. Bereits 5000 vor Christus war sie auf Zeichnungen und Malereien abgebildet, die aus Ägypten, Syrien und China stammen. Homer berichtet in seiner „Odyssee“ von Wurstkämpfen, die die Griechen im achten Jahrhundert vor Christus ausgetragen haben: Der Tapferste bekam die besten Würste als Belohnung. Auch die Römer waren Wurstliebhaber. Sie aßen ganze, mit Würsten gefüllte Schweine. Als besondere Delikatesse galt bei ihnen die Hirnwurst: Hirn, Ei, Wolfsmilch und spezielle Gewürze machten die aparte Mischung aus. In Deutschland war die Wurst im elften Jahrhundert ein Hit, die gute „lebarwurst“ und köstliche „pratwurst“ waren ein geschätzter Gaumenschmaus. Im Mittelalter lieferten sich Metzger untereinander sogar wahre Wurst-Wettkämpfe: Man wetteiferte darum, wer die schwerste oder längste Bratwurst herstellen konnte, und führte diese bei großen Festen den staunenden Besuchern vor.

Wurstkammern schützten die wertvollen Würste vor Dieben

Die erste Würstchenbude Deutschlands wurde im 12. Jahrhundert in Regensburg errichtet: Die Bauarbeiter an der „Steinernen Brücke“ brauchten kräftige Nahrung für ihre harte Arbeit. So errichtete man kurzerhand einen Imbiss mit Wurstspezialitäten. Würste galten auch als Delikatesse. Sie waren so wertvoll, dass man sie in speziellen Wurstkammern lagerte, um sie vor Langfingern zu schützen. Weil die Wurst für den Menschen so wichtig war, zog sie auch zahlreiche Verordnungen nach sich: Ratsherren bestimmten Herstellungsart und Zutaten der verschiedenen Wurstarten. Die Rezeptur der Nürnberger Bratwurst wurde vom Nürnberger Rat erstmals 1313 festgelegt, die Thüringer Bratwurst wird offiziell seit 1404 hergestellt. Ein Kodex, der seit 1613 gilt, schreibt das Gewicht, die Länge und die Grundbestandteile der Thüringer Rostbratwurst vor.

Es geht immer um die Wurst

Deutschland, Wurstnation: Kein anderes Land verfügt über so viele verschiedene Wurstsorten – sage und schreibe 1500 verschiede Arten finden sich bei uns. Die Wurst ist überall, sogar aus dem Sprachgebrauch ist sie nicht wegzudenken, „Es geht um die Wurst“, „Wurstfinger“, „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“… Berühmte Köpfe und bekennende Wurstliebhaber waren übrigens auch Friedrich der Große, Johann Wolfgang von Goethe und Martin Luther.

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