200 Gesetze und Verordnungen des Lebensmittelrechts, Verwaltungsrecht, Mikrobiologie, Psychologie und Ernährungslehre – das sind die Lehrinhalte der zweijährigen Ausbildung zum Lebensmittelkontrolleur, die bei einem Lebensmittelüberwachungsamt der Bundesländer erfolgt. Nach der erfolgten Ausbildung sind die Kontrolleure bei Bund, Ländern und Kommunen angestellt und erfüllen die hoheitlichen Aufgaben im Auftrag des Staates.

Stichprobenartig wird jeder Unternehmer, der Lebensmittel gewerbsmäßig in den Verkehr bringt, kontrolliert. Im Mittelpunkt stehen dabei der Schutz der menschlichen Gesundheit sowie der Schutz vor Täuschung und Irreführung. Die Hygiene muss gewährleistet und die Lebensmittel müssen korrekt gekennzeichnet bzw. deklariert sein. Die Lebensmittelkontrolleure überwachen den Umgang mit Lebensmitteln von der Produktion oder Erzeugung bis zur Abgabe an den Verbraucher. In der Regel erfolgt die Kontrolle unangekündigt.

Wer wird überprüft?

Alle Betriebe, in denen mit Lebensmitteln umgegangen wird, und zwar entlang der gesamten Nahrungskette von Feld und Stall bis zum Teller. Also Milch- und Obstbauern, Bäckereien, Fleischereien, Küchen, Kantinen, Restaurants, Cafés und Imbisseinrichtungen. Überprüft werden auch Discounter und Supermärkte, Apotheken und Drogerien, Lebensmittellager und Großhandel und natürlich auch der Internethandel. Auch die Hersteller und Händler von Kosmetik und Tabakwaren müssen mit einem Besuch der Lebensmittelkontrolleure rechnen.

Wie wird kontrolliert?

Der Lebensmittelkontrolleur beginnt mit der Inspektion der Betriebsräume, er prüft ihren baulichen und hygienischen Zustand, begutachtet Lebensmittel und Gerätschaften. Personal- und Arbeitshygiene stehen ebenso auf dem Prüfstand wie Abfallbeseitigung und Schädlingsvorsorge. Der Betrieb muss Akteneinsicht gewähren, damit betriebliche Eigenkontrollen und Nachweise zur Lieferkette belegt werden können. Auch auf die korrekte Kennzeichnung von Etiketten, Schildern oder Speisekarten wird geachtet.

Die Inspektion

Werden Mängel festgestellt, muss der Kontrolleur auf gesetzlicher Grundlage ahnden. Je nach Tatbestand und Schwere des Verstoßes sieht das Gesetz Verwarnungs- und Bußgelder vor, auch Strafverfahren können eingeleitet werden. Eine zeitweise Betriebsschließung sowie Sicherstellung von gesundheitsgefährdenden oder verdorbenen Produkten und deren Rückruf sind möglich. Gerade bei Mängelfeststellung muss der Kontrolleur auch psychologisches Geschick beweisen.

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