Eines ist klar: Wer es klassisch mag, isst seine Bratwurst mit Senf. Viele Anhänger hat jedoch auch Ketchup als Begleiter – die rote Soße macht vor allem jüngere Fans glücklich. Tomatenketchup, Curryketchup, Gewürzketchup, Kinderketchup, Diabetikerketchup: Ketchup gibt es in unzähligen Geschmacksrichtungen von süß-sauer bis kräftig-würzig und von jeder gewünschten Qualität. Mitte der Fünfzigerjahre eroberte er den deutschen Markt, heute ist er in zwei von drei deutschen Haushalten zu finden.

Woher hat Ketchup eigentlich seinen Namen?

Ende des 17. Jahrhunderts wurde er zum ersten Mal in einem britischen Wörterbuch erwähnt: Damals hieß die Soße allerdings noch catchup. Gemeint war nicht ganz das, was wir heute zu Pommes oder Bratwurst verspeisen, sondern einfach nur eine Soße aus „East-India“. Woher diese nun genau kam, konnte nie ganz geklärt werden – sicher scheint jedoch, dass sie völlig frei war von Tomaten. 1804 tauchte in Großbritannien die erste italienische Tomatensoße auf dem Markt auf – der Zusatz von Essig sorgte dafür, dass das Produkt länger haltbar blieb. Weltbekannt wurde der Ketchup jedoch durch den deutschstämmigen Amerikaner Henry John Heinz, der damit begann, Ketchup industriell herzustellen. Bereits 1905 wurden in den USA fünf Millionen Flaschen jährlich produziert.

Ketchup-Siegeszug in Deutschland

In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts schwappte die Ketchup-Welle schließlich auch nach Deutschland. Obwohl schon bald neue Sorten wie Schaschlik oder Curry auf den Markt kamen, blieb der klassische Tomaten-Ketchup Favorit der Deutschen. Kritiker bemängeln, dass Ketchup zu viel Zucker und zu wenige Tomaten enthalte – seiner Beliebtheit konnte diese Tatsache bisher allerdings nicht schaden. Ketchup ist so sehr in aller Munde, dass sich sogar die Rechtschreibreform mit ihm befasst hat: So darf man heute statt Ketchup auch Ketschup schreiben. Ob man die Bratwurst nun lieber mit Senf oder mit Ketchup isst, ist reine Geschmackssache. Die einen lieben`s scharf, die anderen süß-sauer. Und dann gibt es noch die ganz Raffinierten: Die essen am liebsten beides.

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